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Vom perfekten Vulkankegel bis hin zu unterirdischen Höhlengängen

Unsere letzte Reiseetappe begannen wir mit unserer lieb gewonnenen Brunni am Fuße des nahezu perfekten Vulkankegels Mt Taranaki. Wir folgten dann verwunschenen grünen Tälern, wo offenbar nur Schafe und Kühe zu Hause sind um zwischendurch zauberhafte Strandbuchten zu entdecken. Schließlich erkundeten wir schon in Reichweite zu Auckland einige der zahlreichen Höhlengänge im Gebiet Waitomo. Ein wundervoller Mix verschiedener Landschaften, bevor wir wieder im Dunstkreis der Metropole eintrafen.

Wir verließen den hübschen Ort Wanganui Richtung Norden, wobei wir dem SH3 entlang der Tasmanseeküste folgten. Erst im geschäftigen Ort Hawera hielten wir für einen Zwischenstopp um uns zur Halbinsel Taranaki im i-Site zu informieren. Dabei nutzten wir die Gelegenheit die 215 Stufen des Hawera Water Tower zu besteigen und uns von oben einen Überblick zu verschaffen. Danach folgten wir dem Surf Highway, der an der Küste Richtung New Plymouth verläuft. Sehr clevere Leute haben den SH45, an dem es „nichts weiter“ zu entdecken gab, mit einem riesigen Flyer vermarktet. Wir waren ein wenig enttäuscht, was aber vielleicht auch an dem sich zuziehenden Himmel lag und der Tatsache, dass einfach kein Café aufzufinden war. Nichts desto trotz hielten wir an verschiedenen Stränden und konnten zusehen wie sich die Surfer auf den hohen Wellen vergnügten. Bevor wir einen Schlafplatz bei einem Bootsclub fanden, besuchten wir noch den häufig auf Postkarten abgebildeten Leuchtturm am Cape Egmont. Wie als kleine Wiedergutmachung für den Surf Highway zeigte sich gegen Abend sogar für einen kurzen Moment der Gipfel des Mt Taranaki.
Am nächsten Morgen machten wir einen Abstecher ins Landesinnere und entdeckten den großzügig angelegten Garten in Pukeiti auf einem Morgenspaziergang. Nachdem wir in New Plymouth ankamen, erkundeten wir die bekannten Parks Pukekura und die Brooklands, die fließend ineinander übergehen. Das Ortszentrum war wie üblich recht ernüchternd, aber hier ist man schon etwas weiter als in anderen Städten denn es gibt eine nette Promenade direkt am Ufer. Dort steht auch das Wahrzeichen der Stadt, die 45m hohe Skulptur „Wind Wand“ von Len Lye. Nach einem Kaffee fuhren wir zur architektonisch schönen Te Rewa Rewa Bridge. Das kitschige Bild mit dem Mt Taranaki und der Brücke bot sich uns leider nicht. In der Nähe des Hafens erklommen wir schließlich noch den Paritutu Rock über Treppen und Steigeisen. Der weite Blick über die Küste entschädigte für die unerwarteten Qualen. 🙂 Die Nacht verbrachten wir günstig am Fuße des Mt Taranaki im Vorgarten eines von niederländischen Einwanderern geführten Restaurants.
Regentage sollten nun auch immer mal folgen und so nutzten wir den ersten um mit unserer Brunni zum VTNZ zu fahren. Hier wurde sie durchgecheckt, ein paar Glühbirnen wechselte René gleich vor Ort, und dann bekam sie ihre neue WOF (ähnlich dem deutschen TÜV). Das lief besser als erwartet und so konnten wir am Nachmittag in der Bibliothek noch ein paar Dinge erledigen, u.a. suchten wir bereits nach einer Wohnmöglichkeit für die letzten Wochen in Auckland. Die Nacht verbrachten wir auf einem kleinen Parkplatz an der nördlichen Zufahrt zum Mt Egmont Nationalpark.
Skeptisch schauten wir zum Himmel als wir unter dem dichten Blätterdach des Nationalparks aufwachten. Das Wetter sollte heute gut werden, doch war es das wirklich? Wir machten kurzen Prozess und fuhren die Mt Egmont Road hinauf zum DOC Visitor Centre auf ca. 930m Höhe. Wir konnten unser Glück kaum fassen – vor blitzblauem Himmel stand der 2518m hohe Mt Taranaki stolz vor uns. Wir informierten uns über die Wege und kurze Zeit später starteten wir mit unserer kleinen Wanderung auf den wunderschönen Berg. Ein steiler Weg führte uns auf satte 1520 Höhenmeter, von wo aus wir schon beobachten konnten wie die Wolken vom Meer zum Vulkan hin zogen. Wieder am Auto angekommen, ließen wir die schönen Eindrücke bei einem Kaffee sacken. Von hier aus fuhren wir wieder hinunter ins Tal, vorbei an Stratford, und schließlich die Manaia Road von Süden in den Nationalpark. Diese führt auf 910 Höhenmeter und endet am DOC Dawson Falls Visitor Centre. Hier nutzten wir das schöne Wetter noch für zwei kurze Wege, den Wilkies Pools Loop Track und den Kapuni Loop Track, der uns an den Dawson Falls vorbei führte. Der Wald war für uns hier besonders märchenhaft. Auf dem Parkplatz konnten wir über Nacht stehen bleiben und so den Abend noch angesichts des Mt Taranaki ausklingen lassen.
Nun folgten drei Tage mit durchwachsenem Wetter und wir waren froh in der Nähe einer größeren Stadt zu sein. So machten wir, was an solchen Tagen zu machen ist. Wir besuchten das Schwimmbad in Stratford und wuschen Wäsche. In New Plymouth gingen wir in die Bibliothek und ins Museum Puke Ariki. Die Regenpausen nutzen wir für Spaziergänge an der Promenade, fingen ein paar Sonnenstrahlen auf und beobachteten das tosende Meer. Zwei Nächte verbrachten wir am Ende der Mt Egmont Road, wo wir ab und zu einen Blick auf den Mt Taranaki erhaschen konnten. Am dritten Tag bastelten wir ein „4 Sale“ Schild für Brunni. Diese Reklame wird uns nun bis Auckland begleiten. Einmal schafften wir es auch noch, dass der Einsatz unseres Starthilfekabels notwendig wurde. Und schließlich hatten wir noch das Glück, dass der Himmel komplett aufzog, sich der Berg zeigte und wir am Lake Mangamahoe postkartenreife Fotos machen konnten. Den letzten Abend in Taranaki verbrachten wir am Ende der dritten Zufahrtsstraße zum Berg auf dem Stratford Plateau, was auf stolzen 1130m Höhe liegt. Hier waren wir mit ein paar Kaninchen alleine.
Am folgenden Tag fuhren wir einen Teil des Forgotten World Highway in Richtung Norden. Genau, die Stärke der Touristiker liegt in dieser Gegend wohl in dem Hervorheben sonst unbefahrener Straßen. 🙂 Der SH43 führte uns durch eine wunderschöne, saftig grüne Hügellandschaft über verschiedene Sattel. Der kleine Ort Whangamomona bezeichnet sich als „quicklebendige Geisterstadt“. Im berühmten Whangamomona Hotel bekamen wir allerdings einen Kaffee, der zu einem unserer besten in Neuseeland zählt. Wir verließen schließlich den Highway in Richtung Westen um den Mt Damper Falls einen Besuch abzustatten, die mitten in der Landschaft auftauchten. Nach weiteren Kilometern durch einsame Landschaft kamen wir an die Tasmanseeküste. Das Highlight südlich der Mündung des Tongaporutu Rivers sind die Three Sisters, die seit 2005 nur noch zu zweit sind, weil einer der 25m hohen Felsen einstürzte. Von einem Aussichtspunkt oberhalb der Klippen hatten wir eine gute Sicht auf die Flussmündung, den kleinen Strand mit den Felsen und die White Cliffs entlang der Küste Richtung New Plymouth und sogar bis zum Mt Taranaki, der mit dem Gipfel aus den Wolken herausschaute. Wir folgten nun schon auf Schlafplatzsuche dem SH3 bis Awakino und bogen dann von der Hauptstraße ab um in Küstennähe zu bleiben. Wir fuhren in der Abenddämmerung durch ein verwunschenes Tal, bis wir beim Waikawau Stock Tunnel eine versteckte Stelle zum Übernachten fanden. Von der herrlichen Landschaft um uns herum ahnten wir noch nichts, als wir im Dunkeln unser Lager aufschlugen.
Die Freude am nächsten Morgen war groß – durch den kleinen, von drei Männern gegrabenen Tunnel gelangten wir an eine kleine einsame Strandbucht in der das Meer toste. Als wir uns von diesem schönen Ort losgerissen hatten, fuhren wir weiter durch das Tal über Marakopa bis Te Anga. Hier kamen wir langsam wieder in die Zivilisation und folgten dem SH37 in Richtung Waitomo. Auf der Strecke hielt die Natur noch einige Überraschungen bereit: die schönen Marakopa Falls, die frei zugängliche Piripiri Cave und schließlich die Mangapohue Natural Bridge. Die oberflächliche Hügellandschaft von Waitomo ist schon nicht schlecht, aber das unterirdische Höhlensystem ist legendär. Wir buchten uns für den darauffolgenden Tag eine Tour für zwei eher unbekannte und damit nicht so überlaufene Exemplare. Am Nachmittag statteten wir noch Otorohanga einen Besuch ab. Der Ort bezeichnet sich als Kiwi-Hauptstadt, gleicht aber bis auf ein paar Schaukästen und einer bunten, übergroßen Kiwi-Skulptur jeder anderen Stadt. Die Schlafplatzsuche war dann umso abenteuerlicher – wir fuhren schmale Schotterstraßen in einen dichten Wald hinein. Immerhin war es bis auf die Rufe der Morepork-Eulen ruhig. 🙂
In einer kleinen Gruppe besuchten wir im Rahmen der „Spellbound Tour“ zwei der ungefähr 400 Höhlen von Waitomo. Die erste Höhle erkundeten wir zu Fuß, hier sahen wir verschiedene Formationen, eine große Kathedrale, Moa-Knochen und einige Glühwürmchen. Die zweite Höhle begingen wir mit Helmen. Nach einem kurzen Fußweg bestiegen wir ein knallrotes Gummiboot und wurden auf dem unterirdischen Fluss entlang gefahren – dabei wurde die Höhle nur durch die abertausenden Glühwürmchen erhellt. Zurück in der Stadt fuhren wir zum Ruakuri Bushwalk. Dieser Lehrpfad führte durch natürliche Höhlengänge, an einer Höhlenöffnung der Klamm vorbei und zum großen Ruakuri Natural Tunnel. Als Schlafplatz wählten wir nochmal den Wald, fuhren aber diese Nacht nicht so weit hinein.
Nach dem Waitomo Caves Discovery Centre besuchten wir den Kiwi House & Native Bird Park in Otorohanga. In dem Vogelpark, einer non-profit Organisation, waren die Highlights die Fütterung des Red-crowned Kakariki und der Kiwis. Am Nachmittag fuhren wir den SH31 bis nach Kawhia an der Tasmanseeküste. Der ruhige Fischerort war nicht so spannend wie seine heißen Quellen am schwarzen Ocean Beach. Das Wetter war nicht so prickelnd, da konnten wir die heißen Quellen in den großen Sandlöchern richtig genießen. Unseren Kreislauf hielten wir mit einem abschließenden Bad im Meer auf Trab. Im Nachhinein stellte sich der Besuch von Kawhia in Bezug auf den Verkauf von Brunni als sehr positiv heraus. Die Nacht verbrachten wir an einer Raststation in Oparau, wo der freundliche Besitzer gratis seine Wiese als Stellplatz anbot.
Die schlimmste Schotterstraße Neuseelands fuhren wir am nächsten Morgen bis zu den Bridal Veil Falls, einem 55m hohen Wasserfall. Von hier aus folgten wir Richtung Raglan der Küstenroute, wo wir Zwischenstopps am Ruapuke Beach und einigen Aussichtspunkten einlegten. Mit dem Surfer-Flair von Raglan konnten wir uns nicht identifizieren und fuhren nach einem Spaziergang wieder ins Landesinnere. Über viele Nebenstraßen durch das schöne Waikato erreichten wir am Abend Hamilton. In der Stadt fanden wir einen preiswerten Campingplatz auf dem wir insgesamt drei Nächte blieben.
Der erste Tag in Hamilton zeigte sich uns von seiner regnerischen Seite, also legten wir den üblichen Waschtag ein. Bei schönem Wetter besuchten wir tags darauf die großartig angelegten Hamilton Gärten. Außerdem machten wir einen Stadtspaziergang, gingen am Waikato River entlang und waren in der Bibliothek.
Am Nachmittag des dritten Tages verließen wir Hamilton Richtung Norden. Wir fuhren den SH1 Richtung Auckland und bogen in Ngaruawahia an die Tasmanseeküste ab. Von Te Akau aus fuhren wir parallel zur Küste weiter gen Norden. Auf der Strecke passierten wir einige Schotterstraßen auf denen wir ziemlich alleine unterwegs waren. In der Nähe von Waikaretu fanden wir einen abgeschiedenen Platz für die Nacht.
Brunni wurde am nächsten Morgen gar nicht richtig warm, denn es war nicht weit bis zur Nikau Cave. Einer Höhle, von der das i-Site in Hamilton nichts wusste. Wir hatten allerdings im Reiseführer von einer abenteuerlichen Höhlentour gelesen. Wir mussten das erste Mal in Neuseeland (außer beim Fallschirmsprung von René) eine Erklärung ausfüllen, dass wir gesundheitlich okay waren und von den Bedingungen wussten. Hm, na gut – etwas übertrieben, dachten wir vor der Tour. Nach einem kurzen Spaziergang über Weiden sahen wir zum letzten Mal Tageslicht, dann gingen wir etwa 1km durch die unbeleuchtete, völlig naturbelassene Nikau Cave. Mit unserem Guide waren wir insgesamt sieben Leute. Der sicherste Weg durch die Höhle führte durchs Wasser – okay. Der Weg war glatt, etwas schmal und wir mussten unsere Taschenlampen benutzen – okay. An einer Stelle kam ein schmaler Spalt, danach ein kleiner Gang durch den wir im Wasser robben mussten – nicht okay! Für Doreen, die kurz vergebens die Alternativen abwog, eine echte Herausforderung. So enge räumliche Begebenheiten waren eigentlich nicht ihr Ding, aber direkt hinter unserem Guide meisterten wir auch diesen Teil der Höhle. Abgesehen von unendlich vielen Stalaktiten gab es in der Höhle tausende Glühwürmchen. Diese Tropfsteinhöhle war die schönste Höhle, die wir je gesehen haben, Adrenalin inklusive. Es war grandios! Danach mussten wir unsere dreckigen, nassen Klamotten wechseln und gönnten uns erstmal eine Pause im Café. Am Nachmittag fuhren wir über Port Waikato und Tuakau nach Pukeno. In letzterem Ort wurde uns vom i-Site in Hamilton das Eisgeschäft mit 40 Geschmacksrichtungen empfohlen. Nach dem Höhlenabenteuer vom Vormittag eine gute Idee. Unsere letzte Nacht in freier Wildbahn verbrachten wir etwas wehmütig nördlich vom Waikato River an einer kleinen Bootsanlegestelle.
Unser letztes Frühstück vor Auckland nahmen wir am Karioitahi Beach an der Tasmansee oberhalb der Dünen zu uns. Das Wetter war uns nicht ganz so wohl gesonnen wie beim letzten Frühstück auf der Südinsel. Aber wir wollen uns nicht beschweren. 🙂 Den Abschluss bildeten an diesem Tag die Manukau Heads mit ihrem Leuchtturm an der Mündung des Manukau Harbour in die Tasmansee. Nachdem wir noch ein paar Buchten des Manukau Harbours angefahren hatten, setzten wir uns in Waiuku noch in ein Straßencafé und waren gespannt was uns in Auckland erwarten wird.

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Zurück auf der Nordinsel – von Wellington nach Wanganui

Auf der Nordinsel zurück verbrachten wir einen Tag in Wellington, bevor wir weiter nach Norden fuhren. Die Kapiti Coast an der Tasmansee steht nicht auf den „Must Do“–Listen, wir wissen nun auch warum. Über die Ersatzhauptstadt Palmerston North fuhren wir nach Wanganui und den angrenzenden Nationalpark.

Wir wurden in Wellington von Pam geweckt, dem Zyklon der auf Fidschi sein Unwesen trieb. Wir stellten uns auf einen Regentag, mit Frühstück im Auto und Stadt von innen, ein. Beim Blick aufs Meer waren wir froh bereits gestern übergesetzt zu haben – der Bug der Fähren tauchte komplett in die Brecher ein. Viel Spaß! Wir nutzten das schlechte Wetter am Tage für ein paar Erledigungen. Den Abend verbrachten wir mit alkoholischen Getränken bis nach Mitternacht im Auto.
Zur Feier des Tages wurde ausgeschlafen – Geburtstagskinder dürfen ohne Wecker aufstehen. Doreen wünschte sich ein Frühstück in der Stadt und so fuhren wir ins Zentrum um den uns bekannten Parkplatz zu nutzen. Brunni machte uns hier leider einen Strich durch die Tagesplanung: Eine Seitenscheibe löste sich vom Fensterheber und verkantete. Also wurde das Frühstück verschoben und erstmal eine Werkstatt aufgesucht. Eine Stunde später stand der Wagen mit zwei Streifen Klebeband in der Stadt und wir fanden mittags um eins ein gemütliches Lokal das sogar noch so etwas wie Frühstück in der Auslage hatte. Anschließend verließen wir Wellington entlang der Kapiti Coast in Richtung Norden. Über Porirua fuhren wir nach Paekakariki, wo wir einen Spaziergang an dem langen Sandstrand machten. Von dem Aussichtspunkt oberhalb des Ortes hatten wir einen guten Blick auf die Küste und Kapiti Island. Weiter ging es bis Paraparaumu um nach einem Schlafplatz zu suchen. Wir fanden einen etwas teureren Campingplatz im Ort, der hatte allerdings für jeden Stellplatz ein eigenes Klo-/Duschhäusschen. Was für ein Luxus! Wir machten uns kurz frisch und gingen ins „Zentrum“, natürlich am Strand entlang. In einem ruhigen indischen Restaurant aßen wir zu Abend und stießen auf den schönen Tag an.
Der nächste Tag startete sonnig und wir genossen das sehr. Erst gegen Mittag besuchten wir das Southward Car Museum in Paraparaumu. Hier sind über 250 Oldtimer ausgestellt, darunter ein DeLorean, ein 300SL und auch die gute alte Pappe darf nicht fehlen. In Waikanae gingen wir ins Nga Manu Sanctuary, einem Vogelreservat. Gleich zu Beginn wurden die Aale gefüttert, die in dem Ententeich leben – was für ein Durcheinander. In den Vogelvolieren sahen wir dann Kaka, Parakeet, die Wood Pigeon, Eulen, Pukekos und den Tui. Einen Brown Kiwi entdeckten wir im verdunkelten Kiwihaus. Nach einem kleinen Snack fuhren wir bis nach Ashhurst, etwas nordöstlich von Palmerston North. Im Park fanden wir einen kleinen Campingplatz. Wir kochten, froren und gingen zeitig ins Bett.
Die Sonne zierte sich am nächsten Morgen. Trotz der Kälte zwangen wir uns im Freien zu frühstücken. Eine Werkstatt in Ashhurst reparierte danach den defekten Fensterheber und so konnten wir den ganzen Tag in der Stadt verbringen. Palmerston North ist die Ersatzhauptstadt Neuseelands. Sollte Wellington wegen eines Erdbebens oder Tsunamis nicht mehr bewohnbar sein, wird die Regierung hier her ausgelagert. Mehr hat diese Stadt auch nicht zu bieten. Wir nutzten hier nur die Bibliothek und fuhren am Abend weiter nach Wanganui. Dort suchten wir die Stellen auf wo angeblich campen erlaubt ist. Diese befanden sich nur leider mitten in der Stadt und waren nicht gekennzeichnet. Da wir keinen Strafzettel riskieren wollten und es schon spät war, fragten wir im Polizeirevier um Rat. Die sehr freundliche Dame am Empfang hörte sich unser Anliegen an und fragte anschließend den Sergeant. Kurz darauf verließen wir das Revier und wussten: So lange wir in Wanganui kein Parkverbot verletzen, sind wir herzlich willkommen und haben nichts zu befürchten. Das war unser größter und legalster wilder Schlafplatz in ganz Neuseeland.
Am nächsten Morgen mussten wir zeitig den Platz räumen, da ab 8:00 Uhr Parkgebühren fällig waren. Wir suchten uns einen schönen Platz im Virginia Park für das Frühstück und konnten dann auch gleich erleben wie Enten füttern auf Kiwi-Art geht: Man gibt jedem Kind eine ganze PACKUNG Toastbrot in die Hand und lässt sie einfach alles auf einen Haufen auskippen! Nach dem (Kultur-)Schock fuhren wieder in die Stadt zurück um den Durie Hill Elevator zu besuchen. Dieser Fahrstuhl wurde angelegt um das Gebiet oberhalb an die Stadt anzuschließen. Man grub einen Tunnel 213m tief in den Berg und baute einen Fahrstuhl, der die Leute 66m hoch zu ihren Häusern bringt. Oben angekommen kann man noch die 176 Stufen des Durie Hill War Memorial Tower, der aus Sandstein mit vielen fossilen Muscheleinschlüssen gebaut wurde, besteigen. Die Aussicht war beeindruckend: Wir konnten den Mt Taranaki im Westen und den Mt Ruapehu im Norden sehen. Zu letzterem verstellte uns zwar ein Wasserturm die uneingeschränkte Sicht, aber dabei wird sich sicher auch jemand etwas gedacht haben. 🙂 Vom Turm herabgestiegen nahmen wir die Treppe zurück ins Tal zum Auto. Nach dem obligatorischen Besuch im i-Site und einem Kaffee fuhren wir in Richtung Taupo nach Norden und bogen nach 15km in die Whanganui River Road ab. Die Straße windet sich schmal und kurvenreich den Whanganui River entlang bis sie nach 64km in Pipiriki, dem Tor zum Whanganui Nationalpark, endet. Unser erster Stopp war der Aramoana Summit auf 230m Höhe, der uns eine gute Aussicht auf das geschützte Tal verschaffte. Wir hielten an den weiteren Highlights der Straße – fossilen Muscheleinschlüssen, einem von Hand gegrabenen Tunnel und einer alte Mühle. Kurz vor dem Ort Jerusalem (nein, wir hatten uns nicht verfahren) fanden wir eine perfekte Stelle für die kommende Nacht. Wir besuchten noch die hübsche Kirche im Ort bevor wir unser Nachtlager bezogen. Hier leisteten uns später noch fünf Kanufahrer Gesellschaft.
Nach einer bitterkalten Nacht frühstückten wir im Auto und fuhren danach weiter nach Pipiriki. Hier checkten wir pünktlich ein um unsere Flusstour zu starten. Mit dem Jetboot ging es den Whanganui River hinauf. Wir stoppten an einigen Stellen an denen unser Guide Thomas von der Geschichte sowie der Natur am und auf dem Fluss erzählte. Nach 32km verließen wir das Boot und gingen ca. 40min durch den Regenwald bis zu einer Brücke die mitten im Wald steht. Hier an der „Bridge to Nowhere“ gab es heißen Kaffee und Kekse. Danach erfuhren wir von der Geschichte der Brücke und den Menschen die sie erbauten und die hier lebten. Zurück im Jetboot wurden wir 10km nördlich von Pipiriki an einem bereitgestellten Kanu ausgesetzt. Nach einem kurzen Crashkurs saßen wir in einem wackeligen Boot und waren nur noch zu zweit. Wer dachte Tandemfahren wäre der ultimative Test für die Beziehung der wurde hier eines Besseren belehrt! Auf der Hinfahrt im Jetboot wurden wir schon auf die Stromschnellen aufmerksam gemacht, die auf uns warteten. Die Geschichte von den fünf zerschellten Kanus an der Ersten hatte sich nachhaltig in unser Gedächtnis gebrannt. An eben diesem Felsen liefen wir im flachen Wasser auf Grund und René musste das Boot wieder anschieben. An der Nächsten trugen wir das Boot samt Gepäck vorsichtshalber gleich über die Steine. Bei der nächsten Stromschnelle war uns das Theater zu blöd und wir durchfuhren sie tapfer, das herannahende Jetboot wartete geduldig ab. Ohne hier weiter jede Welle zu erwähnen – wir blieben trocken. Nach mehr als zwei Stunden erreichten wir unser Ziel und waren um eine Erfahrung reicher. Nach einer kleinen Pause fuhren wir die Straße weiter bis Raetihi. Der SH4 führte uns durch die großartige Landschaft zurück nach Wanganui. Wir schliefen wieder in der Stadt.
Die nächsten zwei Tage vertaten wir uns in Wanganui – erkundeten die Stadt zu Fuß und erledigten ein paar Sachen. Unser letztes Frühstück genossen wir am Kai Iwi Beach der uns von dem Kärtner am Mt Cook empfohlen wurde. Nach einem Spaziergang am Strand verließen wir Wanganui in Richtung Westen um das vorletzte Kapitel unserer Reise zu beginnen.

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Update: Auckland hat uns wieder

Es war nun ein wenig ruhig auf unserem Blog und es wird auch noch eine kurze Zeit so bleiben. 🙂 Ein kurzes Update vornweg: Nachdem wir wieder auf der Nordinsel in Wellington angekommen waren, reisten wir an der Westküste zurück nach Auckland. Seit einer Woche sind wir hier im warmen Herbst! An der Tagesordnung stehen nun einige Erledigungen und auch das Erkunden der Metropole. Wir werden euch bald auf den neuesten Stand bringen.

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Frohe Ostern!

Wir wünschen euch allen ein frohes Osterfest und gutes Gelingen bei der Ostereiersuche! 🙂

Alles Liebe
Doreen & René

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Vom großen Onkel zurück nach Wellington – bye, bye Südinsel

Von den Pinguinen am Meer fuhren wir zu den Schafen und Weiden ins Inland von Canterbury. Das Mackenzie Becken, benannt nach einem Viehdieb, begrüßte uns mit steppenähnlicher Landschaft und belohnte uns mit einem großartigen Blick auf den „großen Onkel“ Aoraki/Mt Cook. Die Orte am Straßenrand sind nahezu bedeutungslos, die Straßen durch diese Gegend sind das Highlight. Zurück in Christchurch begann die Rückreise für uns – etwas wehmütig verließen wir die Südinsel.

Mit einem reich gedeckten Frühstückstisch verrieten wir unsere Herkunft. „Bei so einem Frühstück kann es sich nur um Deutsche handeln“, sagte die Landsfrau des Wohnmobils nebenan. Wir nahmen hier, hoch oben auf den Klippen, vorerst Abschied vom Meer. Auf dem Weg nach Norden passierten wir den 45. Breitengrad – unsere Hoffnung auf wärmere Gefilde, so viel vorweg, sollte nicht erfüllt werden. Der SH83 führte uns durch ein schmales Tal, der Fluss Waitaki wird durch drei mächtige Staustufen gezwängt und zur Stromgewinnung genutzt. In Omarama bogen wir in das Mackenzie Becken ab. Die Sonne hatte sich inzwischen durch die Wolkendecke gekämpft und die Oberhand gewonnen. Wir konnten uns sicher sein, dass in den Gipfeln der Alpen keine Wolken hängen. Als wir am Lake Pukaki den ungetrübten Blick zum Aoraki/Mt Cook sahen, konnten wir unser Glück kaum fassen. Wir nutzten die Chance und machten uns auf den 55km langen Weg zum Mt Cook Village. Um die Aussicht festzuhalten stoppten wir ein paar Mal am Straßenrand und erreichten am späten Nachmittag das Dorf. Dort gibt es nichts außer einem riesigen Hotel und Einrichtungen des DOC. Auf der Terrasse des Hermitage Hotels genossen wir einen Kaffee mit bester Aussicht auf den Aoraki/Mt Cook und die umliegenden Gipfel. Nach einer Stunde rissen wir uns los um noch einen Blick auf den Tasman Gletscher zu erhaschen. Das Bild des Gletschersees mit den darauf treibenden Eisbergen und dem verkümmerten Gletscher war ein wenig traurig. Das Bergpanorama hingegen imposant. Hier trafen wir einen netten Kärntner mit dem wir lang Reiseinfos und Erfahrungen austauschten und dabei die Zeit vergaßen – wir konnten uns nicht satt sehen. Im Gegensatz zu vielen europäischen Gebirgen steht man hier auf nur ca. 500 Höhenmetern am Fuße der Gipfel, die bis zu 3754m hoch sind. Den Abend verbrachten wir auf dem DOC-Campingplatz am Rande des Dorfs im Nationalpark. Von hier aus gingen wir noch ein Stück um den Gipfel des Aoraki/Mt Cook bei Sonnenuntergang zu beobachten. Der Abend klang mit einem kristallklaren Sternenhimmel und österreichischem Bier aus.
Als es hell wurde, blitze die Sonne durch die Wolken und strahlte den Huddleston Gletscher an, der sich an die Flanke des Mt Sefton „direkt über uns“ klammert. Trotz der Kälte frühstückten wir im Freien, die grandiose Kulisse lenkte gut ab. Der kurze Spaziergang zum Kea Point sollte uns zum Mueller Gletscher führen, wir konnten allerdings nur seinen See erspähen – vom Eis keine Spur. Wir genossen den Anblick des Bergpanoramas und vergaßen darüber schnell den verkümmernden Gletscher. Nach einer Dusche im Dorf fuhren wir zurück auf den Highway und bogen noch einmal in Richtung Süden ab. Auf einer Lachsfarm aßen wir frisches Sushi mit Edellachs (fettarm und, da das Flusswasser so sauber ist, ohne Antibiotika) und wir folgten den Kanälen, die die Wasserkraftwerke füttern, bis nach Twizel. Zurück am Lake Pukaki, Aoraki/Mt Cook inzwischen in Wolken gehüllt, beobachteten wir eine chinesische Braut die für Hochzeitsfotos posierte. Als vier polnische Motorradfahrer hielten, wurden diese sogleich in Beschlag genommen. Vor Neuseelands höchstem Berg standen nun polnische Motorradfahrer mit einer chinesischen Braut und machten Fotos! Im Ort Lake Tekapo machten wir einen Spaziergang über die „Promenade“, hier ist das eine befahrbare Straße an der dem See abgewandten Seite mit vielen Geschäften. Auf einem Campingplatz am Lake McGregor verbrachten wir eine kalte, ruhige Nacht.
Am nächsten Morgen liefen wir uns warm und frühstückten im Freien. Die Sonne ließ auf sich warten, also überbrückten wir die Zeit im Thermalbad. Nach drei Stunden Entspannung in den bis zu 40°C warmen Becken der „Tekapo Springs“ aßen wir im Ort Lake Tekapo zu Mittag und fuhren danach auf den Mt John. Das ist ein 1031m hoher Berg auf dessen Gipfel ein Observatorium der Universität Canterbury und ein Café stehen. Der 360°-Ausblick ist beeindruckend und der Kaffee, als einer der besten im Lande empfohlen, recht gut. Am Nachbartisch versuchte unterdessen eine Deutsche eine chinesische Reisegruppe zu einem Besuch in Deutschland zu überreden. Spätestens als sie hörten, man könne auf den Autobahnen so schnell fahren wie man will, waren sie überzeugt. Nach einem kurzen Erfahrungsaustausch mit der jungen Hamburger Familie fuhren wir zurück ins Dorf um an der Church of the Good Shepherd das obligatorische Foto zu machen. Über den Burkes Pass (709m) ging es weiter nach Fairlie, der Grenze zum Mackenzie Country. Hier steht ein Denkmal des Viehdiebs James Mackenzie und seinem Hund Friday. Erst bei der Verfolgung von Mackenzie wurden die Häscher darauf aufmerksam, dass Viehwirtschaft in der scheinbar unwirtlichen Gegend möglich ist. Nachdem René ein Eis bekommen hatte, fuhren wir weiter über Nebenstraßen Richtung SH1 um westlich von Waitohi unser Ziel zu erreichen. Hoch oben auf einem Pfahl prangt das Modell des ersten Fluggeräts Neuseelands. Damit hat Richard Pearse eine denkwürdige Bruchlandung hingelegt. Vor den Gebrüdern Wright machte er zumindest einen Hopser, der allerdings nicht als erster Flug anerkannt wurde. Über Pleasant Point, am SH8, fuhren wir zum SH1, tankten in Ashburton und fotografierten die mit 1,8km längste Straßenbrücke Neuseelands in Rakaia. Gegen Abend hatten wir unser Ziel erreicht – Coes Ford, den Campingplatz südlich von Christchurch, den wir schon gut kannten.
Die zwei folgenden Tage verbummelten wir in Christchurch. Fähre buchen, einkaufen, Wäsche waschen, Auto aufräumen und Notschnitt beim Friseur in der Westfield Mall. René wird in zehn Minuten abgearbeitet, nachdem er sich einen abgebrochen hat zu erklären wie es denn werden sollte. Doreen ist länger unterwegs und erwischt die wahrscheinlich einzige deutsche Friseurin in Christchurch.
Unsere Rückreise nach Picton startete im Antarctic Centre nördlich von Christchurch. Hier wurden wir in einem 4D-Kino unterhalten, sahen die Fütterung der Zwergpinguine, froren bei einem künstlichen Sturm bei -18°C und sahen diverse Ausstellungen zu Expeditionen in die Antarktis. Noch heute wird Christchurch, wie schon zu Scotts Zeiten, als Ausgangspunkt für Forschungsreisen an den Südpol genutzt. Ein Highlight war die Fahrt mit dem schwedischen Kettenfahrzeug Hägglund, ursprünglich für das Militär entwickelt, das im ewigen Eis oft guten Dienst tut. Am Nachmittag starteten wir nach einer Mittagspause frisch gestärkt nach Norden. Der Himmel war zugezogen und die Aussicht wenig spannend, zumal wir diesen Teil der Strecke schon kannten. In Kaikoura zeigte sich die Sonne wieder und wir hielten kurz um uns die Beine zu vertreten. Noch war es zu zeitig für den Campingplatz, also fuhren wir auf dem SH1 weiter. Dieser Abschnitt war neu für uns und deshalb legten wir ein paar Stopps ein. Wir hielten am Ohau Point und sahen eine große Gruppe Robben, die sich auf den Felsen aalte. Der Lake Grassmere, ein Salzwasserhaff, enttäuschte eher. Hier wird industriell Salz abgebaut, das sieht einfach nicht gut aus. In Seddon bogen wir vom Highway ab und fuhren durch Weinfelder, die bis zum Horizont reichten. An einem kleinen Teich mit Picknicktischen kochten wir das Abendessen. Im Dunkeln trafen wir in Renwick ein, wo wir, wie schon knapp zwei Monate zuvor, auf einem Parkplatz schliefen.
Wir verließen früh den Platz und nahmen den SH6 nach Havelock. Dort fanden wir eine traumhafte Stelle für unser letztes Frühstück auf der Südinsel. Das Wetter war traumhaft und wir genossen die Sonne. Der direkte Weg nach Picton führte uns wieder entlang des Queen Charlotte Drive. In Picton schlenderten wir noch einmal an der Promenade entlang. Bevor wir zum Interislander-Terminal fuhren und für die Fährüberfahrt nach Wellington eincheckten, nahmen wir Abschied. Nach zwei Monaten, 8000km Autofahrt über die höchsten Pässe und die rauesten Straßen verließen wir die Südinsel. Die Überfahrt war ruhig und in Wellington kannten wir uns schon aus. Bei schönem Wetter gingen wir noch am Hafen spazieren. Den bekannten Campingplatz am Strand fand Brunni fast allein. Wir kochten und tranken ein Bier auf den Abschluss der Südinsel.

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Von Pinguinen und Inselwetter an der Pazifikküste

Als wir das Fjordland verließen, wussten wir noch nicht so richtig was auf uns zukommt. Also war eigentlich alles wie immer in den letzten vier Monaten. Nur wurde uns langsam bewusst, dass wir uns bereits auf dem Rückweg unserer Reise befanden. Ein Trost dabei war die schöne und wenig überlaufene Küstenlandschaft vom südlichsten Punkt Neuseelands bis Oamaru.

Der Morgen nach der Nacht am Lake Monowai begann kalt und regnerisch, wir fuhren etwas verschlafen los und folgten der Southern Scenic Route über Clifdon und Tuatapere. Ein paar Kilometer weiter klarte der Himmel plötzlich auf, Meereswind stieg in unsere Nase und wir sahen das Meer. Große Freude kam auf als wir am McCracken’s Rest Lookout den Blick über die 27km lange Waewae Bay schweifen ließen. Danach folgte eine Bucht der anderen: Am Gemstone Beach sammelten wir Steine, an der nächsten Bucht konnten wir bei Ebbe Monkey Island besteigen und ein paar Nebenstraßen entfernt hielten wir in der felsigen Bucht Cosy Nook, wo es so schien als sei die Zeit stehen geblieben. Am Surferstrand in der Colac Bay war alles ruhig, da die Wetterbedingungen der letzten Tage das Schwimmen untersagten. Ein Hauch von Zivilisation begegnete uns im Küstenort Riverton, wo wir uns im gemütlichen Café „Beach House“ kulinarisch verwöhnen ließen. Danach fuhren wir noch die letzte Etappe bis Invercargill, nach dem obligatorischen Besuch des i-Sites fanden wir uns für zwei Nächte auf dem Campingplatz Beach Road Holiday Park im Stadtteil Otatara ein.
Die Sonne begrüßte uns am nächsten Morgen, an dem wir einfach mal nichts machten. Gegen Nachmittag fuhren wir in die Stadt um das Southland Museum und vor allem das Tuatara House zu besuchen. Hier leben die vom Aussterben bedrohten Brückenechsen Tuatara. Nach einer Stadtrundfahrt mit Brunni, bei der wir einige historische Gebäude sahen, machten wir noch einen Abstecher an den Oreti Beach. Dort trainierte Burt Munro, der mit seiner World‘s Fastet Indian Geschwindigkeitsrekorde aufstellte.
Da es bei Sonne jeder kann, besuchten wir Stewart Island an einem nicht so sonnigen Tag. Das ist auch viel herausfordernder für die Beziehung. 🙂 Wir fuhren in der Früh nach Bluff, wo die Fähre nach Stewart Island ablegte. Nach einer unruhigen einstündigen Fahrt kamen wir am Vormittag im Ort Oban auf der Insel an. Wir machten hier einen kleinen Rundgang durch den Ort und gingen zum Bathing Beach sowie zum Mill Creek. Gegen Mittag wurden wir von einem Wassertaxi abgeholt um nach Ulva Island überzusetzen. Auf der Fahrt konnten wir Buller-Albatrosse aus nächster Nähe sehen. Die Insel Ulva Island ist ein Vogelreservat, dementsprechend hatten wir uns mit einem Naturführer ausgestattet. Auf den verschiedenen Wegen machten wir uns auf die Suche nach seltenen Vögeln und entdeckten einige Besonderheiten der hiesigen Flora. Im Schutz des grünen Blätterdaches konnten wir den Stewart Island Robin, den Stewart Island Weka, den New Zealand Parakeet, den Oystercatcher, die New Zealand Wood Pigeon und den munteren Fantail beobachten. An den verschiedenen Stränden erahnten wir, wie schön es hier an einem sonnigen Tag sein muss. Am Nachmittag wurden wir wieder vom Wassertaxi abgeholt und an der Golden Bay Wharf auf Stewart Island abgesetzt. Von hier aus gingen wir noch ein paar Spazierwege und warteten auf unsere Fähre zum Festland. Am Abend machten wir noch einen Abstecher zum Stirling Point in Bluff. Hier deutet ein Mast mit Hinweisschildern in alle Welt – Bluff stellt sich als südlichsten Punkt der Südinsel dar, obwohl das geografisch nicht stimmt. Die Nacht verbrachten wir östlich von Invercargill auf einem günstigen Stellplatz beim Café „Lignite Pit“.
Ein freundlicher Tag erwartete uns und so ließen wir uns einen Morgenspaziergang durch den großzügig angelegten Garten beim Café nicht entgehen. Anschließend brachen wir auf, um den Landstrich der Catlins zu erkunden – eine recht unbekannte Gegend mit reizvollen Naturphänomenen. Der erste Stopp war am Waipapa Point, wo der Leuchtturm als Anziehungspunkt dient. Allerdings zogen die riesigen Seelöwen am Strand, die wir unerwartet entdeckten, unsere ganze Aufmerksamkeit auf sich. Weiter östlich an der Küste gelangten wir zum Slope Point, wo hoch oben auf den Klippen der wahre geografisch südlichste Punkt der Südinsel markiert ist. Mit 4803km Entfernung standen wir näher am Südpol als am Äquator. Danach fuhren wir zur Landzunge zwischen Porpoise und Curio Bay. Ein Sandstrand ist auf der einen Seite und Klippen sind auf der anderen, wo wir von weitem einen jungen Gelbaugenpinguin sehen konnten. Der nächste Halt war an den Niagara Falls, hier benannte ein Witzbold eine Stromschnelle nach dem großen nordamerikanischen Vorbild. Ein Spaziergang führte uns danach zu richtigen Wasserfällen, den McLean Falls, die mit 22m die höchsten der Catlins sind. Als nächstes hielten die Catlins wieder ein Highlight an der Küste bereit – die Cathedral Caves. Hier führte uns ein Waldweg zum Waipati Beach, wo das Meer zwei längliche Höhlen geschaffen hat, die sich an deren Enden treffen. Dieses Höhlensystem ist nur bei Ebbe begehbar. Nach den Naturphänomenen tauchten wir an der Roaring Bay in die Tierwelt ein, wo wir von einem Beobachtungsstand aus Gelbaugenpinguine entdecken konnten. Sie kommen in der Dämmerung vom Jagen heim und watscheln zu ihren Jungen, die in den Nestern am Strand geblieben sind. Anschließend nutzten wir den schönen Abend noch um am Nugget Point zum Leuchtturm zu gehen, der auf der Spitze des Landvorsprunges 131m über dem Meer thront. Hungrig geworden von den vielen Eindrücken fanden wir in Owaka noch eine offene Kneipe, die uns Pasta servierte. Die Nacht verbrachten wir auf dem DOC-Campingplatz in der Purakaunui Bay.
Mit dem Wahrzeichen der Catlins, den Purakaunui Falls, setzten wir unsere Erkundungstour am kommenden Morgen fort. Danach entschieden wir uns zur Jacks Bay zu fahren um zum Jack’s Blowhole zu gehen. Dieses ist 55m tief, 144m lang, 68m breit und 200m von der Küste entfernt inmitten einer Weide. Nachdem wir am Tunnel Hill durch einen 250m langen ehemaligen Eisenbahntunnel gingen, der per Hand gegraben wurde, fuhren wir nach Baclutha und verließen damit die Catlins. Von hier aus folgten wir wieder der Southern Scenic Route Richtung Dunedin. Mittagspause machten wir am sonnigen Whale Fossil Lookout mit wunderschöner Aussicht über die sogenannte „Rolling-Hills-Landschaft“ und den Lake Waihola. Anschließend führte uns die Küstenstraße entlang an Sandstränden bis nach Dunedin, wo wir uns zunächst eine heiße Dusche gönnten.
Dunedin ist eine Stadt, die wunderbar gelegen ist – in einem geschützten Kessel am Meer, mit der Otago Peninsula als Wildlife-Refugium. Die Stadt bietet einige Möglichkeiten und wir finden außerhalb in Warrington einen kostenlosen Campingplatz. Da für einzelne Tage immer wieder eine Schlechtwetterfront im Radar zu sehen war, beschlossen wir insgesamt eine Woche zu bleiben. Somit hatten wir genug Zeit um die Gegend zu erkunden und einige Dinge zu erledigen. Außerdem gab es beim Campingplatz unzählige Sandmuscheln, was das ein oder andere Essen retteten.
Wir verschafften uns zunächst von dem 680m hohen Mt Cargill einen Überblick. Danach ließen wir es uns nicht nehmen die Baldwin Street, die steilste Straße der Welt, mit Brunni hoch und auch wieder hinunter zu fahren. Erst später sahen wir die Schilder, dass dies nicht empfohlen wird. Um ein Gefühl für die 38% Steigung im oberen Teil zu bekommen, gingen wir die Straße auch nochmal zu Fuß hinauf. Danach schauten wir vom Signal Hill Lookout auf die Stadt, bevor wir mit unserem Stadtrundgang begannen. Von den Gebäuden in Dunedin sei der Bahnhof erwähnt, der wohl der meist fotografierte der Welt sein soll. Wir fragen uns nur, wer so etwas herausfinden will. Ansonsten hält die Stadt sehr schöne historische Kirchen und Bauten bereit.
Bei kaltem Nieselregen flüchteten wir uns ganz selbstverständlich in die Cadbury World, der Schokoladenfabrik in Dunedin. Hier genossen wir den Schokogeruch, bekamen einen Eindruck von der „neuseeländisch-australischen Freundschaft“ und versorgten danach unsere Gemüter im Café. Etwas stolz war René darauf, dass die Roboter und Maschinen aus Deutschland und Holland importiert waren. Doreen war hingegen eher vom Schokobrunnen angetan.
Einen Tag widmeten wir der Otago Peninsula, die wieder einmal Inselwetter für uns bereithielt. Am St Kilda Beach in Dunedin hatten wir noch wunderschönes Wetter. Auf der Halbinsel folgten wir der Highcliff Road, von der wir schöne Ausblicke auf den Hafen von Dunedin hatten. Das einzige Schloss von Neuseeland, das Larnach Castle, befindet sich hier oben. Aufgrund der königlichen Ticketpreise verkniffen wir uns jedoch einen Besuch. Sattdessen machten wir einen schönen Spaziergang über Weiden und Dünen zur Sandfly Bay. Diese Bucht ist zum Glück nicht nach den lästigen Tierchen, sondern nach dem fliegenden Sand benannt. Hier bekamen wir schon einen Vorgeschmack auf den kalten Wind, der uns am Aussichtspunkt am Ende der Sandymout Road erwartete, wo wir uns im Auto erstmal mit einem heißen Gulasch aufwärmten. Der Blick von hier oben ließ viel Raum für Fantasie – wir sahen nämlich nichts. Dafür erwartete uns am Allans Beach eine Seelöwenmutti mit ihren zwei Jungen, denen wir beim Spielen zusehen konnten. Von hier aus fuhren wir nach Portobello um uns mit einem Kaffee für den langen Abend zu stärken. Die Spitze der Halbinsel, Taiaroa Head, war danach unser Ziel. Hier befindet sich das Royal Albatross Centre, welches ein Schutzgebiet für Albatrosse und Pinguine geschaffen hat. Eine einstündige Beobachtungstour im Dunkeln ließ uns hautnah miterleben wie die Zwergpinguine an Land kamen und zu ihren Nestern watschelten.
Ein regenfreier Tag war zu erwarten, als wir die Küste nördlich von Dunedin erkundeten und einen Schlenker nach Central Otago machten. Auf dem Weg Richtung Norden machten wir einige Stopps am Meer. Es regnete zwar nicht, aber wir konnten beobachten wie sich die Wolken vom Meer aufs Festland schoben. In der Nähe des Fischerortes Moeraki fanden wir durch Zufall den Abzweig zum Katiki Point über eine Schotterstraße. Der weiße Leuchtturm vor den weißen Wolken war nicht so beeindruckend wie das Reservat der Gelbaugenpinguine unterhalb. Wir staunten nicht schlecht, als wir aus nächster Nähe die jungen Pinguine außerhalb ihrer Nester sehen konnten. Der letzte Halt an der Küste war bei den bekannten Moeraki Boulders. Am Strand liegen Felskugeln in verschiedenen Größen und Stadien, sie wurden aus der Uferböschung gespült und sind ähnlich wie Muschelperlen entstanden (Konkretion). Ein überteuertes Café mit Souvenirshop hat sich dies zum Nutzen gemacht. Wir fuhren zurück nach Palmerston, wo plötzlich der Himmel aufgezogen war und die Sonne schien. Während wir bei einem Kaffee saßen, überlegte Doreen wie sie René dazu bekommt nicht den direkten Weg nach Dunedin zurück zu fahren. Kurzum, ohne hier Geheimnisse auszuplaudern, nahmen wir den Umweg über Central Otago. Von Palmerston fuhren wir den SH85 ins Landesinnere bis Dunback, von hier die Verbindung bis Middlemarch und dann den SH87 bis zum SH1 an der Küste, der direkt nach Dunedin führt. Die Rundfahrt war ein Genuss, da wir viele verschiedene Eindrücke von der Landschaft bekommen konnten. Auch hier war mal wieder eine Ecke, in der es mehr Schafe als Mietcamper gab, was wir sehr genossen.
Unser letzter Tag in Otago galt der freundlichen und liebenswerten Stadt Oamaru an der Küste. Das Meer ist besonders blau und die Stadt punktet außerdem mit ihren historischen Bauten. Wir waren besonders vom Hafenviertel angetan. Nach einem Spaziergang genossen wir verschiedene Proben in „The New Zealand Malt Whisky Company“. Der Whisky stammt aus der südlichsten Brennerei der Welt, die allerdings seit Jahren nicht mehr produziert. Nach diesem kulinarischen Highlight folgten noch zwei weitere in einer europäischen Bäckerei und einer sehr guten Käserei. Gestärkt besuchten wir danach einen Aussichtspunkt südlich der Stadt und fuhren zu einer Kolonie der Gelbaugenpinguine am Bushy Beach südlich von Oamaru. Die Nacht verbrachten wir in der Nähe des Ortes direkt am Meer, wo wir für die nächste Etappe erstmal Abschied von der Küste nahmen.

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Vom schrillen Queenstown ins ruhige Fjordland

Von der abwechslungsreichen Landschaft der West Coast mit rauer Küste, Regenwald, Seen und Bergen zogen wir uns nun in das Inland zurück. Nachdem wir uns um Wanaka und Queenstown an den Seen, umrahmt von Gipfeln die weit in die 2000er reichen, satt gesehen hatten, fuhren wir weiter in das Fjordland um den Milford Sound, ein Muss auf jeder Neuseelandreise, zu besuchen.

Von Makaroa führte uns der Highway an den Lake Wanaka. Der Blick haute uns fast um: Ein blauer, klarer See in Mitten von steilen Felswänden die in kahlen Gipfeln enden. Dieses Bild begleitete uns bis wir zum Lake Hawea abbogen. Der war für uns fast noch imposanter, größer und beeindruckender. Hier machten wir auf einem Campingplatz direkt am Ufer Rast und ließen die Eindrücke sacken. Nachdem wir in Wanaka einige Sachen erledigten, genossen wir diesen Abend und die folgenden auf einem Campingplatz direkt am Hawea River.
Der Morgen begann trüb – es war Regen angesagt. Wir frühstückten noch im Freien während schon einige Tropfen fielen. Zur Überbrückung des Wetters gingen wir in die Puzzling World, einem „Spielplatz“ mit allerlei optischen Täuschungen, einem geneigten Haus und einem riesigen Labyrinth. Nach drei Stunden hatten wir uns ausgetobt und stellten fest, dass die Wettervorhersage nicht zutraf – die Sonne schien. Wir disponierten kurz um und bestiegen den Mt Iron. Auf dem Gipfel wurden wir mit einem großartigen Rundumblick belohnt.
Der nächste Tag startete wieder bewölkt, also brauchten wir uns nicht zu beeilen. Nachdem sich die Sonne ihren Weg durch die Wolkendecke brach, fuhren wir zum Aspiring Nationalpark. Nach der obligatorischen Schotterstraße durften wir noch neun Furte durchqueren. Wegen des trockenen Wetters der letzten Tage keine große Sache – bei Regen wurde vor der Passage gewarnt. Brunni war tapfer und wir starteten bei schönstem Wetter ins Rob Roy Glacier Valley. Nach knapp anderthalb Stunden Wanderweg erreichten wir den oberen Aussichtspunkt. Wir waren geplättet: Ein riesiger Gletscher hängt förmlich am Felsen oberhalb einer steilen Wand an der sich unzählige Wasserfälle in die Tiefe stürzen. Wir saßen hier sprachlos und beeindruckt eine Zeit lang einfach da.
Am folgenden Vormittag fuhren wir nach dem Frühstück über die Crown Range Road Richtung Queenstown. Die Straße führte uns hinauf zum 1076m hohen Pass und dann in steilen Serpentinen wieder hinab. Im Tal fuhren wir zunächst Richtung Osten an die Kawarau Bridge. Hier stürzen sich im Minutentakt die Menschen am Bungeeseil in die 43m tiefe Schlucht. Beim Zuschauen beschlossen wir, dass das nichts für uns ist. Wir fuhren die Straße weiter ins Gibbston Valley, wo wir uns hervorragenden Käse zum Mittag kauften und Wein verkosten konnten. Auf dem Weg zurück Richtung Westen hielten wir an einem weiteren Weingut, das gerade 25jähriges Jubiläum feierte. Hier gingen wir durch den Weinkeller und bekamen eine Probe direkt aus dem Fass. Unser nächster Halt war in Arrowtown. Das ehemalige Goldgräberstädtchen hat sich hübsch hergerichtet und wir bummelten hier durch die kleinen Läden. Nach einem Kaffee, serviert von einem slowakischen Kellner der in Deutschland studierte, fuhren wir weiter. Natürlich kamen wir die lauteste und vollste Straße nach Queenstown hinein. Wir wussten, dass hier viel los sein wird, aber dass es so voll und laut ist, hatten wir nicht erwartet. Am Lake Wakatipu machten wir eine Pause um die Campingplatzfrage zu klären. Da taten sich die Schleusen auf und es regnete heftig. Da die Sonne schien, konnten wir nicht nur einen Regenbogen sehen der direkt im See endete, sondern auch noch einen Zweiten. Am Campingplatz 12 Mile Delta, zehn Kilometer am See entlang, fanden wir unseren Schlafplatz für zwei Nächte.
Von der Sonne wachgeküsst, fuhren wir am Ufer des Lake Wakatipu entlang Richtung Norden bis nach Glenorchy. Die Kamera glühte als wir ankamen und am See spazieren gingen. Das Wetter war herrlich und der Ausblick auf die Berge und den 2816m hohen Mt Earnslaw ebenso. Zurück in Queenstown stellten wir uns für den obligatorischen Fergburger an. Nach kurzen 25 Minuten (Wartezeiten über einer Stunde sind hier keine Seltenheit) durften wir bestellen, nach weiteren 15 Minuten hielten wir unser Mittagessen in der Hand. Es ist vielleicht nicht der beste Burger der Welt, aber er ist verdammt nah dran. Nach einem Kaffee entschlossen wir uns zur finalen Selbstkasteiung den Queenstown Hill zu besteigen. Nach 45 Minuten für die 500 Höhenmeter bei bestem Wetter beruhigte nur die Aussicht über Lake Wakatipu, Queenstown und die Berge.
Zum Mittag des nächsten Tages erreichten wir den Shotover River. Hier machten wir eine, nein DIE Jetbootfahrt überhaupt. Prinz William und Gattin Kate fuhren diese Jetboottour 2014. Es ist der einzige Anbieter, der auf dem Shotover River fahren darf und der Einzige mit 360°-Drehungen. Nach einem halbstündigen Adrenalinschub ging es in die gemächlichere Brunni. Über Arrowtown fuhren wir nach Frankton um die Vorräte aufzufüllen und hielten später noch in Garston (nach eigenen Angaben der Ort in NZ, der am weitesten vom Meer entfernt ist). Wir bogen nach Te Anau ab und tankten dort voll um auf dem 120km langen Te Anau – Milford Highway nicht liegen zu bleiben. Ab hier gibt es keine Tankstelle mehr. Der letzte große Campingplatz an der Straße wird unser Startpunkt für den nächsten Morgen.
Etwas träge erwachten wir, bis wir am Himmel ein paar Lücken in den Wolken entdeckten – es wird aufziehen. Nach einer halben Stunde saßen wir im Auto und fuhren das letzte Drittel Weg bis zum Milford Sound. Die Aussichtspunkte lohnten sich wegen der noch tief hängenden Wolken nicht. Wir überquerten The Divide, wie die Wetterscheide der Alpen genannt wird, und passierten den 1,2km langen, in den blanken Fels gehauenen, einspurigen Homer-Tunnel. Danach wand sich die Straße in das Tal und nicht einmal 60 Minuten nach unserem Start waren wir am Ziel. Blauer Himmel und ein paar kleine Wölkchen hingen am Mitre Peak im Milford Sound. Ein Glück dieses Wetter zu haben, hier an einem der regenreichsten Orte Neuseelands. Wir waren glücklich und frühstückten erst einmal im Auto bevor die Sandfliegen uns frühstücken konnten. Anschließend gingen wir zwei kurze Wanderwege um uns danach am Fährterminal einzutreffen. Wir machten eine Schifffahrt auf dem Fjord. Ein Guide erklärte während der Fahrt die Naturphänomene. Wir sahen Robben und am Ende des Fjords vier Pinguine im Wasser die, ganz untypisch, während der Mauser jagten. Wir stiegen am Unterwasserobservatorium aus. Hier gelangten wir zehn Meter unter die Oberfläche und konnten über die großen Fenster die Fische, Muscheln und Korallen beobachten. Zurück im Ort war der Himmel mittlerweile eingetrübt, die Aussicht schlechter und uns war kalt. Nach einer heißen Suppe im Café fuhren wir den Highway wieder in Richtung Te Anau. Wir hielten noch an ein paar kurzen Wegen und erreichten Te Anau am zeitigen Abend. Hier gingen wir durch das Wildlife Centre, ein vom DOC angelegter „Zoo“ der einheimische Vögel wie den Pukeko, Takahe und Kaka zeigt. In Manapouri kochten wir am See unser Abendessen. Auf dem SH95 in Richtung Süden bogen wir zum Lake Monowai ab. Hier gingen wir noch durch den Wald zu einem Aussichtspunkt, wo wir die absolute Stille genossen. Das war unsere letzte Nacht im Fjordland.