Coromandel, das Wetter und Wir

Nachdem wir das Northland abgeschlossen hatten, meldeten wir uns wie versprochen bei Gillian in Auckland. Dort schlugen wir mit einer Flasche Wein auf und hatten einen netten Abend. Zum Dank lud sie uns auf eine Nacht in ihrer Ferienwohnung ein. Thank you very much, Gillian! Am darauffolgenden Tag machten wir in Auckland einen kleinen Bummel durch die Queen Street und die letzten Besorgungen für unsere Weiterreise. Am späten Nachmittag brachen wir Richtung Coromandel Peninsula auf.

Eine kurze Pause legten wir schon in der Mission Bay, einem geschäftigen Stadtstrand Aucklands, ein und lasen die Reiseführer unseres nächsten Ziels. Es dauerte eine Zeit lang sich aus Auckland und den angrenzenden Bezirken herauszufinden, so dass wir schon in Beachlands übernachteten. Am nächsten Tag fuhren wir auf dem Pacific Coast Highway nach Thames. Unterwegs hielten wir in Kopu um die alte, einspurige Drehbrücke „Old Kopu-Bridge“ zu sehen, die bis 2011 die kürzeste Verbindung zwischen Auckland und der Coromandel Halbinsel war. In Thames aßen wir Mittag und fuhren anschließend weiter zum i-Site im Kauaeranga Valley.
Kurz vor Dienstschluss informierte uns die Mitarbeiterin noch über die Wanderung zu den Pinnacles (759m). Die Wetterprognose von ihr, soviel vorweg, war wenig zutreffend. Der Einfachheit halber schliefen wir auf dem angrenzenden DOC-Campingplatz (mit den üblichen Plumpsklos, ohne Duschen, mit Wasser aus dem Fluss). Am nächsten Morgen schauten wir hoffnungsvoll in den Himmel und entschlossen uns trotz der tief hängenden Wolken die Wanderung anzutreten. Am gestrigen Tag wurde die Zufahrtsstraße zum letzten Parkplatz wegen eines Erdrutsches gesperrt, so dass zu der eigentlich achtstündigen Wanderung noch knapp drei Stunden Fußmarsch hinzukamen. Es ging über viele Stufen und ein paar Hängebrücken durch dichten Wald und auf einer Kammhöhe bis zur DOC-Hütte. Hier einigten wir uns nach langer Diskussion doch auf den Gipfel zu steigen. Die Kraxeleien über Steigeisen und Leitern entschädigten den diffusen Ausblick (siehe Foto). Für den Abstieg von der Hütte entschieden wir uns für eine etwas anspruchsvollere Route. Nach elf Stunden erreichten wir erschöpft das Auto. Die Entscheidung, denselben Campingplatz noch einmal zu nutzen, trafen wir einstimmig und schnell.
Von Thames fuhren wir an der Westküste mit einsamen Buchten und blühenden Pohutukawa-Bäumen nach Coromandel Town. Nach einer Nacht wild campen badeten wir am Waiau Fall. René wäre hier fast das Frühstück eines riesigen Wels geworden, der unbedingt von seiner großen Zehe kosten musste. Nach dem Schreck ging es sauber aber traumatisiert über Colville die Port Jackson Road entlang. 😉 Diese berüchtigte Straße ist für einige Mietwagen gesperrt, weil sie so schmal und steil ist. Am DOC-Campingplatz Fletcher Bay schliefen wir um am nächsten Tag den Coromandel Coastal Walkway zu gehen. Auch hier war die Wettervorhersage aus dem i-Site wenig zutreffend. Es regnete bereits in der Nacht und hörte tagsüber so schnell nicht auf. Wir fuhren also wieder zurück nach Colville, tranken hier einen Kaffee, und entschlossen uns in Waikawau zu schlafen. Hier verbrachten wir einen zumindest trockenen Nachmittag am Strand. Tags darauf fuhren wir an der Ostküste nach Norden bis zur Stony Bay. Von dort aus gingen wir den 20km langen Coromandel Coastal Walkway bei größtenteils trockenen Verhältnissen. Auch hier hatten wir leider von der versprochenen Aussicht wenig.
Die folgende Nacht verbrachten wir wieder in Waikawau. Schon am Abend wurde das Wetter immer schlechter. Der Regen wurde stärker und starke Böen zerrten an unserer Brunni. Das sollte nun die nächsten vier Tage so bleiben, es handelte sich um einen Ausläufer eines Zyklons. Wir bauten schnell das Bett zusammen und fuhren nach Cooks Beach wo wir uns einen Bungalow mieteten. Die Lücken im Sturmtief nutzten wir für einen Spaziergang im Ort und einer Fährfahrt nach Whitianga. Die restliche Zeit verbrachten wir im trockenen und warmen Bungalow. Am ersten komplett trockenen Tag waren wir am Hot Water Beach, wo wir beim Graben am Strand wegen der hohen Wellen nicht auf heißen Quellen stießen. An diesem Tag gab es am gesamten Strandabschnitt lediglich eine Stelle in der Brandung an der man mit den Füßen auf das heiße Wasser stoßen konnte. Die Quellen sind hier 50-60°C heiß, was wir gut spüren konnten. Auf dem Rückweg hielten wir noch am Hahei Beach und gingen spazieren.
Tags darauf zogen wir aus unserem lieb gewonnen Bungalow aus und fuhren nach Cathedral Cove. Ein kurzer Wanderweg führte an zwei wunderschöne Buchten, die durch ein riesiges Loch im Felsen miteinander verbunden sind. Hier machten wir viele Fotos und badeten in den hohen Wellen. Da das Wetter auf unserer Seite war, fuhren wir noch einmal nach Norden um einige der versäumten Aussichten der Woche zuvor nachzuholen. Wir stoppten am Otama Beach und an der Opito Bay, zwei herrliche Strände in die wir uns gleich verliebten. Dann ging es weiter zu einem Aussichtspunkt oberhalb von Coromandel Town. Zum Abschluss badeten wir noch in der einsamen Kennedy Bay, deren Einfahrt wir nur mit Hilfe des GPS gefunden haben. Die Nacht verbrachten wir am bewährten Platz in Coromandel Town.
Der letzte Tag auf Coromandel brachte uns noch einmal dicke Wolken. Wir fuhren über die legendäre 309° Road wieder an die Ostküste der Halbinsel und über Tairua nach Opoutere. Der Strand hier ist ein echter Geheimtipp. Der nächste Halt galt dem belebten Badeort Whangamata, wo wir bei leichtem Regen durch verschiedene Geschäfte bummelten. Unser nächster Besuch galt der Stadt Waihi, die durch ein riesiges Loch im Stadtzentrum gezeichnet ist. Aus dieser 250m tiefen Grube wird immer noch Gold gefördert, ist das nicht mehr rentabel soll hier ein See entstehen. Wir gingen den Rundweg um die Martha Mine und entschlossen uns dann in die Karangahake Gorge zu fahren, um dort auf einem DOC-Campingplatz zu schlafen. Unsere letzte Nacht auf Coromandel verbrachten wir „natürlich“ im Regen. Beim Frühstück in Waihi Beach an der Anzac Bay riss der Himmel auf und die Sonne schien für die nächsten Tage.

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2 Gedanken zu “Coromandel, das Wetter und Wir

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