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Mehr Kühe als Schafe und jede Menge leckere Kiwifrüchte

Nach acht Nächten in unserer Brunni haben wir wieder Wifi-Netz und für drei Nächte ein festes Dach über dem Kopf. Gestrandet sind wir in Paihia, um die Akkus (unserer elektronischen Spielereien) aufzuladen und uns zu sortieren. 😉

Die Bilder von den letzten beiden Beiträgen sind nun endlich hoch geladen und wir werden euch in den nächsten Tagen mehr Details und Bilder von unserer ersten Campingwoche zeigen.

Wir haben schon jede Menge Eindrücke gewinnen können. Die Reise ging von Auckland an der Westküste entlang bis zum Cape Reinga (Nordspitze der North Island). Von dort sind wir gerade an der Ostküste auf dem Weg Richtung Süden und halten uns nun ein paar Tage in der Bay of Islands auf.

Vielen Dank für die vielen lieben Kommentare!

Wir wünschen euch einen schönen 1. Advent!

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Auf gen Norden

Heute verlassen wir Auckland und fahren Richtung Northland. Wir freuen uns schon darauf die Stadt zu verlassen und sind schon etwas nervös wegen unserer ersten Nacht im Auto. Wo es genau hin geht wissen wir noch nicht.

Die letzten Tage haben wir voll und ganz dem Auto gewidmet. Am Mittwoch gekauft, am Donnerstag vermessen sowie den Einbau des Bettes geplant und am Freitag alles eingebaut. Wir sind recht zufrieden mit dem Ergebnis – jedoch müssen noch abwarten ob sich das Bett auch bewährt! 🙂 Ansonsten haben wir auch die restlichen Erledigungen machen können, wie zum Beispiel unser neuseeländisches Konto eröffnet.

Nun lasst euch einfach von den Bildern berieseln und lasst uns ein paar Grüße da. Bussi nach Deutschland UND Österreich! 😉

PS: Da die Internetverfügbarkeit den Erwartungen hinterher hinkt, erfreuen wir euch zunächst nur mit dem Text. Die Bilder werden, sobald möglich, nachgeliefert.

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Start in Auckland

Wir sind nun seit 8 Tagen in Auckland und finden, es ist Zeit uns vom anderen Ende der Welt wieder zu melden. In der letzten Woche sind wir von tausenden Eindrücken überschlagen worden. Die Zeit war schön, stressig, interessant, manchmal erholsam aber vor allem zu kurz. Wir mussten nun von unserer gemütlichen Ferienwohnung in Parnell ausziehen und sind nun im Stadtteil Glenfield auf einem Campingplatz untergekommen. Hier sind wir ab heute noch für drei Nächte in einem kleinen Schlafcontainer um die letzten Vorbereitungen zu treffen.

Auckland ist eine Großstadt – etwa ein Drittel der neuseeländischen Bevölkerung wohnt hier. Dazu kommen noch Touristen und hunderte Backpacker. Also hat uns eine hektische, teure und teilweise auch unfreundliche Stadt empfangen. Großstadt bleibt also Großstadt, egal auf welchem Kontinent. Das war unsere erste Lektion.

Ursprünglich haben wir hier nur 7 Nächte eingeplant, um alle Vorbereitungen zu treffen. Dazu gehörten: eine SIM-Karte besorgen (wer die Nummer für WhatsApp möchte bitte eine Mail schreiben), eine Steuernummer beantragen, ein Bankkonto eröffnen und ein Auto kaufen. Da die Stadt allerdings überfüllt ist und es auch hier einige zum Teil unsinnige bürokratische Hürden gibt, hat das alles etwas länger gedauert und auch ein paar Nerven gekostet. So also die zweite Lektion – von Anfang an gleich zwei Wochen Auckland einplanen.

Aber das Wichtigste ist: Heute haben wir unsere Brunhilde, einen orange-farbenen Honda CR-V, gekauft. Sie hat etwa 230.500 km auf dem Buckel und wir haben sie von einer sehr netten neuseeländischen Familie abgekauft. Das Schwierige war, dass auf die Anfragen verschiedener online Portale fast keine potentiellen Verkäufer geantwortet haben und somit die Auswahl sehr gering war.

Zwischendurch haben wir Auckland viel zu Fuß und teilweise mit dem Bus erkundet. Der Hafen hat es besonders Doreen angetan, vom Sky Tower (höchstes Gebäude der Südhalbkugel) hatten wir eine grandiose Aussicht. Wir sind außerdem durch viele Parks geschlendert und es gab tolle Walkways, zum Beispiel am Hobson Bay. Aufgefallen ist uns, dass es wenig Hunde gibt. Einen ganz entzückenden haben wir aber kennengelernt – Georgie, den Hund unserer Vermieterin Gillian. Sie hat uns in vielen Angelegenheiten unterstützt und Georgie hat uns auf dem einen oder anderen Spaziergang begleitet.

Unsere dritte Lektion ist der Linksverkehr. 🙂 René kennt ihn zum Glück schon von England und hat Brunni zunächst sicher hin und her gefahren. Allerdings beachte man den Linksverkehr auch unter Fußgängern auf dem Fußweg, auf Rolltreppen und so weiter… Puh. Gerade wenn sich ein paar Chinesen aus Gewohnheit mal wieder nicht dran halten, wechselt man selbst verwirrt die Seiten hin und her. Eine gelungene Abwechslung sind da die Fußgängerampeln, die lustig quiekend auf die grüne Farbe aufmerksam machen.

Das Wetter war bis jetzt typisch neuseeländisch – nämlich durchwachsen. Viel Wind, immer wieder Regen und zwischendurch Sonne. Zwei volle Sonnentage waren dabei, aber auch da war es eher stürmisch.

Die nächsten zwei Tage werden wir nutzen um die letzten Wege zu erledigen und um bei Brunni eine Art Bett hinein zu bauen. Samstag geht es dann Richtung Northland – raus aus der Stadt und hinein in die Natur. Wir freuen uns schon! Lasst etwas von euch hören – Fotos stellen wir rein, wenn wir ein Wifi-Netz haben. See you!

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Flug nach Auckland

Gegen 21:30 Uhr kamen wir am Taiwan Taoyuan International Airport am Terminal 1 an. Nach einer Viertelstunde Fußmarsch und einer kurzen Bahnfahrt erreichten wir das Terminal 2, an dem wir gleich einchecken konnten. Aufgrund mangelnder Alternativen aßen wir bei McDonald´s ein Menü, welches da genauso schmeckte wie daheim.
Überpünktlich hoben wir um 23:45 Uhr mit dem halbleeren Airbus A330-300 ab. Der Flug verlief ruhig und wenigstens René konnte drei Stunden schlafen. Nach 7066 km und acht Stunden hatten wir einen Zwischenstopp in Brisbane, Australien. Nach knapp eineinhalb Stunden und einer Sicherheitskontrolle mit recht unentspannten australischen Beamten ging es mit derselben Maschine auf die letzte Etappe nach Neuseeland. Wir flogen noch einmal 2300 km und kamen nach ca. 4 Stunden in Auckland an. Dort war es bereits 18:30 Uhr und verregnet. Netter Empfang! 😉
Die Einreise und die recht strengen Kontrollen verliefen problemlos. Doreen deckte sich schon im Flughafen mit Flyern und Karten ein. Am i-Site (Touristeninformation) wurden wir mit einem Taxiunternehmen verbunden. René bestellte uns ein Discount-Taxi, welches uns günstig und vor allem direkt zu unserer Ferienwohnung in Parnell, Auckland brachte.
Hier wurden wir um 20:30 Uhr sehr freundlich empfangen. Da der Supermarkt um die Ecke schon geschlossen hatte, spendierte uns die Vermieterin ein kleines Abendessen. Gegen 23:00 Uhr fielen wir ins Bett.

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3 Tage Taipeh

Auf dem Weg nach Neuseeland legten wir einen 3-tägigen Stopp in Taipeh ein. Hier übernachteten wir im Gala Hotel Taipei (eine Empfehlung vom Reisebüro Transaustria in Wien), wo wir uns sehr wohl gefühlt haben.

Wir kamen am ersten Tag um ca. 7:00 Uhr Ortszeit in Taipeh an und nahmen den Evergreen Bus in die Stadt. Zum Glück konnten wir schon am Vormittag im Hotel einchecken und legten uns erstmal schlafen. Am Nachmittag erkundeten wir die Stadt hauptsächlich zu Fuß. Wir liefen zum Xingtian Tempel, hier konnten wir einige Bräuche der Gläubigen beobachten. Danach gingen wir querfeldein zum Taipei EXPO Park, von hier aus gelangen wir zum Maji Markt bei der Metro-Station Yuanshan. Überwältigt von den Gerüchen fuhren wir mit der Metro weiter bis zum Shilin Nachtmarkt. Hier waren wir mutig und testeten einige kulinarische Spezialitäten: Wir begannen mit einem harmlosen frisch gepressten Saft, dann probierten wir eine gewöhnungsbedürftige Nudelsuppe. Zwischendurch erdeten wir uns mit Sushi und Bier, um danach unseren Magen mit Austernomelette auf die Probe zu stellen. Zum Schluss konnte René nicht den kandierten Erdbeeren widerstehen. Gegen 22:00 Uhr machten wir uns mit der Metro auf den Heimweg.

Am zweiten Tag startete die Mutprobe schon beim Frühstück, konservativ hielten wir uns an Toast, Marmelade und Schmelzkäse. Das Wetter war grau und verregnet, trotzdem begaben wir uns mit der Metro auf Sightseeing-Tour. Als erste Station besichtigten wir die riesige Chiang Kai-shek Memorial Hall, wo wir einen Wachwechsel beobachten konnten. Unweit bestaunten wir die National Concert Hall und die National Theater Hall. Zu Fuß machten wir uns auf den Weg zum versteckten Longshan Tempel, unterwegs kamen wir am Präsidentenpalast vorbei. Von hier aus fuhren wir mit der Metro zum Hauptbahnhof, von wo aus wir durch die unterirdische Mall schlenderten. Nachdem wir noch ein Stück Weg mit der Metro zurückgelegt haben, bummelten wir durch die historische Dihua Street. Den Rückweg absolvierten zu Fuß, wobei wir die verschiedenen Eindrücke auf uns wirken ließen und in einem typischen Straßenlokal Teigtaschen und Pekingsuppe gegessen haben.

Heute waren wir beim Frühstück schon experimentierfreudiger. Da unser Flugzeug erst 23:50 Uhr startete, nutzen wir den Tag für weitere Ausflüge. Das Wetter war wesentlich besser als am Tag zuvor, so dass wir uns entschlossen den Taipei 101 zu besichtigen. Mit der Metro fuhren wir direkt in den Keller des Turms. Wir wurden durch eine Nobel-Mall zum Eingang geleitet. Von hier aus ging es dann mit dem schnellsten Fahrstuhl der Welt mit über 1000m/s auf die Aussichtsplattform. Oben angekommen genossen wir von dem dritthöchsten Gebäude der Welt den Ausblick und überwanden die nicht-vorhandene Höhenangst mit einem kühlen Bier mit Mangoeis. Anschließend fuhren wir einige Stationen mit der Metro um in einigen Gassen etwas Essbares zu finden. Wir starteten das Menü mit Keksen aus einer Art Eierkuchenteig. Der erste Gang bestand aus Reis mit Gemüse und einem Hähnchenschnitzel von einer Köchin die nun ein astreines „Brokkoli“ sagen kann. Der zweite Gang kam von einer Garküche und bestand aus Glasnudeln mit ein wenig Kohlgemüse. Diesen nahmen wir in einem Pavillon des benachbarten Peace-Park ein. Der Nachtisch wurde gestrichen. 😉 Mit der Metro fuhren wir zum Hotel zurück, nahmen unsere Koffer entgegen und machten uns kurz frisch bevor wir vom Evergreen Bus zurück zum Flughafen gebracht wurden.

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Flug nach Taipeh

Nach wenig bis sehr wenig Schlaf trafen wir uns 5:30 Uhr am Flughafen Dresden. Nach dem Abschied von unseren Familien ging es erstmal auf einem holprigen Flug nach Frankfurt am Main. Hier brauchten wir tatsächlich die 3 Stunden Aufenthalt um nach Taipeh einzuchecken und die Sicherheitskontrolle zu passieren. Der Gründe dafür: Der riesige Flughafen und hunderte Asiaten mit tausenden von Koffern und Kisten die den Check-In Bereich blockierten. 😉

Mit fast einstündiger Verspätung wurden wir mit Bussen auf das Vorfeld zu unserem Flugzeug gebracht. Der Flug über etwa 11.500 km dauerte circa 12 Stunden. Bei der Bekämpfung der nicht vorhandenen Flugangst orientierten wir uns an unserem russischen Sitznachbarn Sergej, der sich mit einer kleinen Flasche Jack Daniels (0,5 l) betäubte, und tranken ein taiwanesisches Bier. Wir konnten wenig schlafen, obwohl der Flug sehr ruhig war.

In Taipei landeten wir ziemlich zerknittert am 8. November um ca. 7:00 Uhr Ortszeit (nach deutscher Zeit erst 0:00 Uhr am selben Tag). Hier organisierten wir uns nach der deutschsprachigen Passkontrolle einen Bus, der uns in die Stadt brachte. Nach einigen Umwegen checkten wir ca. 10:00 Uhr im Gala Hotel Taipei ein und holten unseren Schlaf nach.

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Der letzte Abend

Ein letztes Mal Wunschessen bei Mutti, ein letztes Mal Sandmann, ein letztes Mal gemütlich zusammensitzen mit der Familie und ein letztes deutsches Bier – bevor das große Abenteuer beginnt.

Wir sind gerade beide bei unseren Eltern, seit Montagabend getrennt um die letzten Sachen daheim zu organisieren und allen „Auf Wiedersehen“ zu sagen. Und wir reagieren beide ganz verschieden darauf: Bei René wächst die Anspannung, Doreen hat hingegen Hummeln im Hintern. Der ganze Stress der letzten Wochen und Monate fällt nun langsam von uns ab und es wird uns nun schon etwas flau im Magen. Rucksack und Koffer stehen gepackt im Zimmer und bei jedem Blick fragt man sich ob man irgend etwas vergessen hat und ob es sich nicht doch nur um eine Woche Urlaub am Mittelmeer handelt. 😉

Wir machen uns auf eine etwas ungewisse Reise, wo keiner weiß was uns erwartet, was wir erleben und wie wir uns einleben werden. Das ist für uns auf der einen Seite eine große Herausforderung aber auch ein unglaubliches Abenteuer. Für die, die wir zurück lassen müssen ist es schwerer, weil sie sich den Abschied nicht aussuchen konnten.

Dennoch überwiegt die Vorfreude. Außer unserem kläglichen Besitz, den wir mitnehmen, und uns Zwei bindet uns nichts. Wir können hingehen wohin wir wollen und machen was wir wollen. Genau auf diese Freiheit haben wir uns gefreut und gut ein halbes Jahr darauf hin gearbeitet. Es ist ein wunderbarer Augenblick – alles hinter sich zu lassen und nicht zu wissen was genau kommen wird.

Morgen um 6:40 Uhr beginnt unsere große Reise.

Vielen Dank für die lieben Wünsche, Kommentare und besonders die Unterstützung durch unsere Familien.